GM Vize Bob Lutz: Die Krise hat niemand kommen sehen

18.März.2009 in General Motors | Kommentare (1)

Er hätte sich sicher einen wirtschaftlich besseren Zeitpunkt für seinen Ausstieg bei GM gewünscht: Vizepräsident Bob Lutz verkündete mit 76 Jahren seinen Ruhestand und damit den Ausstieg aus dem Automobil Business.

Wer es noch nicht wusste: Bob Lutz ist ein passionierter Blogger und schrieb regelmäßig im Corporate Blog von GM (fastlane.gmblogs.com). In Genf hatte eine ausgewählte Zahl an europäischen Bloggern die Gelegenheit, ein paar Fragen zu stellen. Natürlich kam aufgrund der aktuellen Situation vor allem aus der deutschen Ecke die Frage nach der Zukunft von Opel. Dazu gab Lutz diplomatisch zu Protokoll: "Hoffentlich treffen die Politiker die richtigen Entscheidungen. Zumindest die Automobilindustrie, so auch GM, werden die richtigen Entscheidungen treffen. Ich bin da optimistisch." Es wäre zu kurzfristig gedacht, Unternehmen wie Opel sterben zu lassen, so Lutz. Nach seiner Einschätzung würden die deutschen Medien die Situation zu sehr dramatisieren. Durch das GM-Netzwerk habe man in Rüsselsheim auch in schwierigen Zeiten an technologischen und finanzieller Unterstützung gewonnen und dennoch in den letzten Jahren an Marktanteilen verloren. Lutz schloss auch nicht aus, dass europäische Werke im Rahmen des Sanierungsplanes geschlossen werden.
Was mich ehrlich gesagt überrascht hat, war die Aussage, dass auch ihn die Krise unvorhersehbar überrascht hat. Trotz Kritik von allen Seiten, vertritt Lutz die Meinung, dass die US-Autobauer bis zum Schluss die Autos, also sprich spritfressende SUVs, produziert haben, die der Markt verlangt habe. Hier wird einem als Europäer erneut die Diskrepanz der unterschiedlichen Benzinpreise bewusst. Während in Deutschland weit über die Hälfte des Benzin- und Dieselpreises an den Staat geht, traut sich in den USA nachwievor kein Politiker an die Erhöhung der Mineralölsteuer heran!
Die Strategie des Konzerns, weg vom Öl zu kommen und langfristig aufs Elektroauto zu setzen, trägt er nicht nur mit, er hat sie mitentwickelt. Weil er will, dass die Menschen weiter Auto fahren und dass General Motors weiter Autos verkauft, propagiert er nun Elektroautos wie den Opel Ampera oder den Chevi Volt. Erfahrung auf diesem Gebiet hat er zumindest bei Exide Technologies, dem Weltmarktführer bei Bleibatterien, gesammelt.

Übrigens hat GM Europa momentan eine Kampagne gestartet um die allgegenwärtigen Spekulationen rund um Opel und dessen Mutterkonzern aufzuräumen. Klarheit in Sachen "Fakten und Fiktion" soll die erst kürzlich gelaunchte Website www.gmeuropefactsandfiction.com bringen.

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One Response to “GM Vize Bob Lutz: Die Krise hat niemand kommen sehen”

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  1. Comment by Schlens19.März.2009 um 04:22   Reply

    Gegen das festhalten an SUVs spricht ja erstmal nichts. Allerdings haette man viel mehr die vorhandenen Staerken ausspielen und parallel dazu auf bestehendes Know-How in Klein- und Mittelklasse setzen koennen.
    Dass die Krise niemand vorhersehen konnte, ist eine ziemlich gewagte Aeusserung.
    Na mal sehen wie es weitergeht.

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