Melkus baut wieder Sportwagen

Ich kann mich noch gut an den blauen Melkus RS 1000 erinnern, der Ende der 70er Jahre immer in der Rostocker Südstadt zwischen den Trabis, Wartburgs und Ladas geparkt stand. Mit seinen damals in der DDR einmaligen Flügeltüren war der RS 1000 das coolste Auto weit und breit.
Nachdem Heinz Melkus in den 50er und 60er Jahren Formel 3 Rennwagen konstruierte und in Kleinserie fertigte, schaffte er es von 1969 bis 1979 auch 101 dieser für den normalen Straßenverkehr tauglichen Sportwagen unter den Bedingungen der sozialistischen Planwirtschaft in Dresden zu bauen. Nach der Wende eröffnete die Familie Melkus die erste BMW-Niederlassung und die einzige LOTUS-Vertretung in den neuen Bundesländern und blieb auch weiterhin dem Autorennsport treu. Niemand war und ist in Ostdeutschland so mit dem Motorsport verbunden wie die Familie Melkus.

Heute existieren noch etwa 80 Exemplare des RS 1000. Aufgrund der starken Nachfrage von Idealisten und Sammlern wird jetzt eine limitierte Stückzahl (wahrscheinlich 10 Fahrzeuge), auf dem technischen Stand von 1979 originalgetreu (mit 3-Vergaser Wartburgmotor) gebaut. Da sogar in den USA von diesem Projekt berichtet wird, sollte es kein Problem sein, Abnehmer für die Replika zu finden. Die 500 gedruckten Prospekte waren jedenfalls in Windeseile vergeben.
Peter Melkus (52), Sohn des im letzten Jahr verstorbenen Heinz, und Sepp Melkus(22), Sohn von Peter, leiten das Projekt. Ehemalige Mitarbeiter, welche schon an der Herstellung des originalen RS 1000 mitwirkten, konnten für die Neuproduktion gewonnen werden. Das erste Fahrzeug soll Ende Mai 2006 ausgeliefert werden. Der Preis liegt um die 40.000 Euro.
Aber damit nicht genug: Gemeinsam mit der EDAG Engineering+Design AG in Fulda, einem führenden Entwicklungsspezialisten im Fahrzeug- und Prototypenbau, wird derzeit das Nachfolgemodell RS 2000 entwickelt. Der RS 2000 wird wie sein Vorgänger ein Sportcoupé mit Flügeltüren sein. Die Produktion beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2007. Es sind 20 Fahrzeuge pro Jahr geplant und der Preis wird bei etwa 60.000 Euro liegen.
Der erste neugebaute MELKUS RS1000 nach 26 Jahren wurde an seinen neuen Besitzer übergeben wurden. Informationen dazu sowie zum Projekt eines RS1000 Nachfolger sind auf der Websiet http://www.melkus-sportwagen.de zu finden.