Opel Insignia macht auch auf Schnee und Eis eine gute Figur

Winterzeit, schöne Zeit? Wenn man nicht gerade ein Wintersport-Fan ist, dann kann die Winterzeit schon echt nervig sein. Auch als Autofahrer zählt der Winter sicherlich nicht zu der schönsten Jahreszeit. Gott sei Dank hat man mittlerweile viele kleine Helfer in den modernen Fahrzeugen, die das Auto fahren bei widrigen Umständen durchaus angenehm machen. Auch bei Opel schickt man zum Ende eines turbulenten Jahres nochmal ein Modell ins Rennen, das vor allem für wintergeplagte Vielfahrer interessant sein dürfte.
Mit dem Insignia 4×4 meldet sich Opel mit einem Allrad in der Mittelklasse zurück. Ausgestattet mit allerhand Elektronik wird man mit dem Fahrzeug auch auf rutschigen, glatten sicher unterwegs sein. Die Liste der technischen Abkürzungen ist lang und neben den bekannten ESP- und AWD-Modulen, wird man bei Begriffen wie eLSD, RDM oder BCM sicherlich nicht wirklich wissen, was sich dahinter verbirgt. Um es aber auf den Punkt zu bringen: bei einer Probefahrt auf Schnee und Eis konnte ich mich davon überzeugen, dass jeder der kleinen Helfer durchaus seine Berechtigung auf einen Platz im Insignia 4×4 hat. Zusammengefasst hat man bei Opel alle Helfer unter dem Begriff "Adaptives Allrad-System", dass im Insignia in Verbindung mit dem FlexRide Premium-Fahrwerk zum Einsatz kommt. Dabei arbeiten mehrere Module (Erklärungen siehe unten) zusammen und melden dem zentralen AWD-Steuergerät Daten wie die Gierrate, die Karosserieneigung, die Beschleunigung, den Lenkwinkel, die Drehzahlen der Räder, die Gaspedalstellung, die Motordrehzahl und das Motordrehmoment. So weiß das Fahrzeug eigentlich schon fast im Voraus, was der Fahrer gerade will und in nur etwa 80 Millisekunden erkennt das System eine kritische Situation und verteilt die Kräfte daraufhin an die einzelnen Räder der Vorder- und Hinterachse. Also ein echtes Plus an Fahrsicherheit bei Näse, Eis und Schnee.
Okay, bei meinen Testrunden auf dem Eisparcour hatte ich das Gefühl, dass das Fahrzeug bei etwas überhöhter Geschwindigkeit durchaus noch leicht in den Kurven untersteuert. Alles in allem macht der Opel Insignia 4×4 aber eine wirklich gute Figur, so dass man teilweise denkt, die 1600kg schwere Limousine fährt auf Schienen. Natürlich finden sich auch die beiden Flex-Ride-Fahrmodi "Sport" und "Tour" im Insignia 4×4 wieder. Hilfreich auch für das Anfahren am Berg ist der "Hill-Assistent", bei dem die Eigenschaft des stufenlos von Null bis nahezu 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse als auch zwischen den Rädern der Hinterachse verteilt werden. Steht man also nur mit einem Rad auf festem Untergrund, wird die Kraft auch größtenteils nur dort hingeleitet. Stichwörter hierbei: die Lamellenkupplung und das Electronic Limited Slip Differential, kurz eLSD, die im Zusammenspiel bis zu 1800 Nm intelligent auf die einzelnen Hinterräder übertragen.
Genug aber vom ganzen technischen Fachchinesisch – so nützlich es auch sein mag. Die neue Allradtechnik ist serienmäßig in der OPC-Version und im Insignia 2.8 V6 Turbo verfügbar. Gegen Aufpreis kann man auch den 2,0-Liter-Turbobenziner mit Allrad-Antrieb ausstatten. Preislich startet diese Variante mit 162 kW/220 PS Leistung bei 35 685 Euro.





Ach ja, für alle, die wirklich wissen wollen, was sich hinter den ganzen Abkürzungen verbirgt, hier die Antworten:
BCM (Body Control Modul)
Leitet Daten vom Lenkwinkelsensor an das AWD Steuergerät.
ECU (Engine Control Unit)
Motorsteuergerät . Leitet Daten wie Motordrehmoment, Motordrehzahl und Gaspedalstellung über CAN Bus an das AWD Steuergerät.
eLSD (electronic Limited Slip Differential)
elektronisch/hydraulisch geregeltes Hinterachsdifferential. Verteilt das Drehmoment unabhängig vom aktuellen Radschlupf auf beide Hinterräder. Bis zu 100 Prozent auf eines der beiden Hinterräder möglich. Es können bis zu 1800 Nm übertragen werden.
PTU (Power Take-off Unit)
Die PTU hängt am Fahrzeuggetriebe und leitet das Motormoment zum Mittendifferential.
RDM (Rear Drive Module)
bauliche Einheit aus TTD, eLSD und AWD Steuergerät:
TTD ( Torque Transfer Device)
elektronisch geregeltes Mittendifferential. Regelt die Momentenverteilung zwischen Vorder und Hinterachse unabhängig von den aktuellen Achsdrehzahlen. Maximal Moment 2400 Nm.
AWD (AllWheelDrive) Steuergerät
Regelt anhand der Daten von Motor- Fahrwerks- und ESP-Modul die Momentenverteilung des Mitten- und Hinterachsdifferentials:
ESP Modul
Neben der Stabilitätserhaltung leitet es Daten wie Radgeschwindigkeit , Bremslichtschalter, ABS aktiv, ESP aktiv, Gierrate und Querbeschleunigung an das AWD Steuergerät.