Pkw-Markt zieht 2006 in Deutschland an

8.Dezember.2005 in Aktuell | Kommentare (1)

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Die Aussichten für den deutschen sowie den weltweiten Automobilmarkt sind nach ansicht des Prognoseinstituts B&D Forecast nicht schlecht. Im kommenden Jahr dürften der neusten Studie des Instituts zufolge in Deutschland mit 3,4 Millionen Fahrzeugen 90 000 mehr 2005 verkauft werden. "In 2006 springt damit der Privatmarkt erstmals seit langem wieder leicht an", heißt es in der Studie. Grund: Ein überalterter privater Fahrzeugbestand, ein leichtes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent, eine gute Verfügbarkeit des Dieselpartikelfilters und der Vorzieheffekt aufgrund der Mehrwertsteuer-Erhöhung in 2007.

Aufgrund des hohen Alters des privaten Fahrzeugbestandes – dieses werde auch 2006 weiter steigen und dann 2007 ein Durchschnittsalter des privaten Pkw-Bestands von 8,4 Jahren erreichen – werde zudem in 2007 mit einem "Auswechseleffekt" gerechnet, der durch ein prognostiziertes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent unterstützt werde. Die Neuzulassungen würden dann nochmals leicht auf 3,45 Millionen Stück zulegen. Die vielfach erwarteten negativen Auswirkungen der Mehrwertsteuer-Erhöhung im Konsum seien 2007 für den Automobilmarkt dagegen nicht zu befürchten.

Auch 2006 muss den Angaben zufolge zumindest im ersten Halbjahr im deutschen Automarkt von fortgesetzt hohen Rabatte und Incentives ausgegangen werden. Nach den Erhebungen von B&D Forecast bewegt sich das mittlere Rabatt-Niveau Anfang Dezember 2006 bei Berücksichtigung aller Zugaben sowie der Tageszulassungen auf 14 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung. Das entspricht einem durchschnittlichen Margenverlust von 2800 Euro pro Fahrzeug. "Die Margen bleiben also 2006 im deutschen Automarkt angespannt", schlussfolgert die Studie.

Auch der Automarkt in West-Europa werde im kommenden Jahr leicht um 1,1 Prozent auf 14,6 Millionen Zulassungen zulegen. Neben dem deutschen Automarkt sei ein leichtes Wachstum in den Kernmärkten Frankreich, Italien, England zu erwarten, während für Spanien ein Rückgang der Neuwagen-Zulassungen um drei Prozent prognostiziert wird. Für 2007 wird mit einem weiteren Anstieg auf 14,8 Millionen Pkw gerechnet. Für die USA rechnet das Institut dagegen mit einer leicht Abschwächung auf 16,9 (17,0) Millionen Stück in 2006 und einem danach noch deutlicheren Rückgang auf 16,4 Millionen in 2007.

Weltweit kommt die Analyse auf ein Plus von 900 000 Fahrzeugen im kommenden Jahr, womit dann 54,8 Millionen Neuzulassungen erreicht werden. "Insgesamt sorgen die neuen Märkte dafür, dass die Weltautomobilmärkte in einem stabilen Wachstumsprozess bleiben", heißt es. Neben China entwickele sich Indien systematisch zu einem wichtigen neuen Automobilmarkt. Das Autogeschäft in Indien wachse zwar mit niedrigerer Geschwindigkeit als in China, aber dafür erscheine der Markt stabiler.
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  1. Comment by Vinay Lohar3.April.2006 um 08:32   Reply

    Dieseltechnologie und Luxusfahrzeuge sind die Trümpfe der deutschen Pkw-Industrie auf dem boomenden indischen Automobilmarkt. „Indien bietet eine Perspektive, die in dieser Dimension selbst von vielen Experten noch nicht für möglich gehalten wurde”, sagt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Noch sind deutsche Hersteller auf dem Subkontinent zwar nur marginal vertreten. Dies wird sich in naher Zukunft aber ändern. Großvolumige Werke sind geplant, die Erwartungen an den Absatz sind langfristig optimistisch.

    BMW expandiert nach Indien und wird dort ein Montagewerk errichten. “Der indische Automarkt bietet langfristig großes Wachstumspotenzial”, sagte BMW-Chef Helmut Panke am Mittwoch (2.11.) in München.

    Doch damit der deutsche Konzern tatsächlich Erfolg hat, bedarf es eines guten Marketingkonzepts. Eines, das sich den Bedürfnissen des indischen Marktes anpasst, sagt Eckard Wannieck von der BMW Group: “Was in Indien eine sehr große Rolle spielt, ist die Filmindustrie in Mumbai. Wir haben unterschiedliche Kooperationen mit den USA gehabt, dass wir unsere Autos in Filmen sichtbar gemacht haben. Im Prinzip sind wir da aber ganz offen.”

    Die steil ansteigende Wirtschaftskraft macht Mumbai zu einem Automarkt der Zukunft. Die Briten sind Geschichte, seit 1996 heißt die Stadt Mumbai. Indiens wichtigste Metropole ist sie geblieben. Hier befinden sich die Börse und der größte Hafen des Landes, die Notenbank, Telekommunikationsfirmen, die Hauptquartiere ausländischer Konzerne. Die Büromieten gehören zu den höchsten der Welt, und es leben hier mehr Millionäre als in Deutschland. Die 18 Millionen Einwohner erwirtschaften 40 Prozent der Einkommenssteuer Indiens und fünf Prozent des Bruttosozialprodukts – auf 0,015 Prozent der Landesfläche. In Mumbai, wo Bollywood zu Hause ist, entstehen mehr Kinofilme als in Hollywood, mehr Luxusautos als im ganzen Land und die Filmis genannten Stars und Sternchen gerieren sich wie Maharadschas.

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